Betreuungssoftware im Vergleich

Karedo, BdB at work, butler 21, BT-Professional und BetreuungOne nebeneinander: Preise, eBO, Banking, Datenschutz und der Weg wieder hinaus. Ein Wort vorweg – wir sind selbst Anbieter. Deshalb stehen hier nur Angaben von den öffentlichen Seiten der Anbieter, mit Stand-Datum, und die Stärken der anderen stehen mit drin. Prüf alles nach.

BetreuungOneKaredoBdB at workbutler 21BT-Professional
Läuft aufBrowser – PC, Mac, TabletBrowser – PC, Mac, TabletWindows-PC (Desktop-Programm)Windows – als Remote-App aus dem RechenzentrumWindows-PC (Desktop-Programm)
Preismodell45 € / Monat inkl. MwSt. – unabhängig von der Zahl der BetreuungenNach Fallzahl: 19 € (bis 10), 29 € (bis 40), 59 € (bis 80, darüber +1 € je Betreuung) – netto zzgl. MwSt.Konditionen über den BdB / auf AnfrageAuf AnfrageAuf Anfrage
Beispiel: 10 Betreuungen45,00 € im Monat22,61 € im Monat (19 € netto + MwSt.)
Beispiel: 60 Betreuungen45,00 € im Monat – unverändert70,21 € im Monat (59 € netto + MwSt.)
eBO (elektronisches Postfach)In Arbeit – Anträge kommen bereits ERV-tauglich heraus, Anleitung in der AppIntegriert als Zusatzmodul: 29 € / Monat nettoÜber eBO.connect: 33,50 € / Monat nettoZusatzmodul: 19,90 € / Monat netto + 49 € EinrichtungZusatzmodul: 18,95 € / Monat netto + 225 € Einrichtung
KontoumsätzeDatei-Import (CSV/CAMT) inklusive – erkennt Zahlungen der Justizkasse am Aktenzeichen und hakt Anträge abAutomatischer Abruf der Klientenkonten: 19 € / Monat nettoImport über externe Banking-SoftwareTäglicher automatischer Abruf im Rechenzentrum
AVV (Art. 28 DSGVO)In der App, Annahme per Klick – inkl. Verpflichtung nach § 203 StGBAuf Anfrage beim AnbieterAuf Anfrage beim AnbieterAuf Anfrage beim AnbieterAuf Anfrage beim Anbieter
Datenexport beim WechselVollständiger Export jederzeit selbst – alle Daten als Dateien plus lesbare Akte je KlientLaut Anbieter-Angaben werden beim Import zu Karedo u. a. Vergütungsanträge und Vermögensdaten nicht übernommenExportfunktionen im ProgrammExportfunktionen im ProgrammExportfunktionen im Programm
Kostenlos testen30 Tage, ohne Zahlungsdaten30 Tage, ohne ZahlungsdatenDemoversion auf AnfrageAuf AnfrageDemoversion verfügbar

Stand: August 2026. Alle Angaben zu anderen Anbietern stammen von deren öffentlichen Preis- und Funktionsseiten; „—“ heißt: keine öffentliche Angabe gefunden. Preise und Funktionen können sich ändern – maßgeblich sind die Angaben der Anbieter. Ohne Gewähr.

Die Anbieter im Kurzporträt

BdB at work

Stark: Das Programm aus der Kooperation mit dem Berufsverband der Berufsbetreuer, mit sehr großem Funktionsumfang – von der Fallverwaltung bis zur Büro- und Finanzübersicht.

Grenzen: Klassisches Windows-Desktop-Programm: Es läuft auf dem PC, auf dem es installiert ist. Für den Kontoabruf wird eine externe Banking-Software benötigt.

butler 21 (prosozial)

Stark: Einer der dienstältesten Anbieter am Markt, Betrieb im deutschen Rechenzentrum, Kontoumsätze werden täglich automatisch abgerufen.

Grenzen: Der Zugriff läuft als Remote-App über eine Terminalserver-Verbindung – das fühlt sich anders an als eine Browser- oder Desktop-Anwendung und ist an Windows gebunden.

BT-Professional

Stark: Bewährte Windows-Lösung mit detaillierten Statistiken und Auswertungen, seit vielen Jahren am Markt.

Grenzen: Desktop-Programm für Windows; Mac nur über Umwege. Der Status von Vergütungsanträgen wird von Hand gepflegt.

Karedo

Stark: Moderne Browser-Oberfläche auf allen Geräten, KI-Textentwürfe, eBO als integriertes Modul und ein kostenloser Wechselservice von Butler 21.

Grenzen: Der Preis wächst mit der Fallzahl, und die Module summieren sich: Wer eBO und Banking nutzt, liegt deutlich über dem Grundpreis. Alle Preise netto – als umsatzsteuerbefreiter Betreuer zahlst du die MwSt. obendrauf, ohne sie zurückzuholen.

BetreuungOne – das sind wir

Stark: Browser-Software mit einem Preis, der sich nie ändert – egal ob 10 oder 90 Betreuungen. Vergütung nach aktuellem Rechtsstand inklusive Wohnformwechsel und Übernahme-Staffel, Berichte auf den amtlichen NRW-Vordrucken, und der Abgleich des eigenen Geschäftskontos: Zahlungen der Justizkasse werden am Aktenzeichen erkannt.

Grenzen: Der eBO-Direktversand ist noch in Arbeit, Kontoumsätze kommen per Datei-Import statt automatischem Abruf, und KI-Funktionen gibt es bewusst nicht – Klientendaten gehen bei uns an kein KI-System.

Worauf du beim Vergleich wirklich achten solltest

1
Rechne den Gesamtpreis – brutto.

Die meisten Anbieter weisen Preise netto aus und verkaufen eBO, Banking oder Zusatznutzer als Module. Als Berufsbetreuer bist du umsatzsteuerbefreit (§ 4 Nr. 16 UStG) – die Mehrwertsteuer auf deine Software holst du dir also nicht als Vorsteuer zurück, sie ist echter Aufwand. Vergleiche deshalb immer: Grundpreis plus alle Module, die du wirklich brauchst, mal 1,19.

2
Frage, was der Preis bei Wachstum macht.

Staffelpreise nach Fallzahl wirken am Anfang günstig. Rechne aber aus, was du bei 40, 60 oder 80 Betreuungen zahlst – und ob ein Staffelsprung mitten im Jahr kommt.

3
Verlange den AVV, bevor du Echtdaten eingibst.

Du verarbeitest Gesundheits- und Finanzdaten deiner Betreuten. Ohne Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO ist die Nutzung einer Cloud-Software mit Echtdaten ein Verstoß – und zwar deiner, nicht der des Anbieters. Prüfe auch die Liste der Unterauftragsverarbeiter in der Datenschutzerklärung: Dort steht, welche Dienste deine Daten wirklich sehen.

4
Prüfe den Weg hinaus, bevor du hineingehst.

Bekommst du beim Anbieterwechsel alle Daten wieder – Akten, Dokumente, Vergütungshistorie, Fristen? Teste den Export in der Testphase. Was der Export nicht enthält, tippst du beim nächsten Programm neu.

5
Teste mit einem echten Vorgang, nicht mit Klickdemos.

Leg in der Testphase einen realistischen Fall an und erstelle einen kompletten Vergütungsantrag und einen Bericht. Ob eine Software zu dir passt, entscheidet sich an den Dokumenten, die beim Gericht landen – nicht an der Startseite.

Häufige Fragen

Welche Betreuungssoftware ist die beste?

Das hängt von deiner Situation ab. Arbeitest du fest am Windows-PC und willst maximalen Funktionsumfang, sind die etablierten Desktop-Programme stark. Willst du im Browser auf allen Geräten arbeiten, bleiben Karedo und BetreuungOne. Ab dort entscheiden Preisstruktur, Fachtiefe bei Vergütung und Berichten sowie der Umgang mit deinen Daten. Ehrliche Antwort eines Anbieters: Teste beide – mit einem echten Fall.

Was kostet Betreuungssoftware für Berufsbetreuer?

Zwischen rund 19 € und über 100 € im Monat – je nach Anbieter, Fallzahl und gebuchten Modulen (eBO, Banking, Zusatznutzer). Achte darauf, ob Preise netto oder inklusive Mehrwertsteuer angegeben sind: Als umsatzsteuerbefreiter Betreuer zahlst du die MwSt., ohne sie zurückzuholen. BetreuungOne kostet 45 € im Monat inklusive MwSt., unabhängig von der Zahl der Betreuungen.

Worauf muss ich beim Wechsel der Betreuungssoftware achten?

Auf den Datenexport des alten und den Datenimport des neuen Programms: Was nicht übernommen wird – oft Vergütungshistorie, Aktennotizen oder Dokumente – musst du neu erfassen oder verlierst es. Kläre das vor der Kündigung, nicht danach, und exportiere vollständig, solange dein Zugang läuft.

Brauche ich als Berufsbetreuer ein eBO?

Ja. Seit dem 01.01.2024 müssen Berufsbetreuer elektronisch erreichbar sein (§ 173 Abs. 2 ZPO). In NRW ist der Vergütungsantrag BS 53 seit dem 01.07.2026 sogar nur noch elektronisch einreichbar. Die Einrichtung dauert – kümmere dich darum unabhängig von der Softwarewahl.

Am Ende entscheidet der echte Fall.

Leg eine Betreuung an, rechne eine Vergütung, erstelle einen Bericht – und vergleiche die Dokumente, die dabei herauskommen. 30 Tage, ohne Zahlungsdaten.

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